Reiseinformationen Marokko - Mauretanien - Tunesien

Asilah

Künstlerstädtchen

Schon zu karthagischer Zeit bestand die Ansiedlung unter dem Namen Zilis. Im 15. Jh. bauten die Portugiesen die befestigte Medina, von der noch viel erhalten ist, später war Asilah in spanischem Besitz. 1691 gelang es dann Moulay Ismail, die Küstenregion um Asilah endgültig für Marokko zu gewinnen. Zu Beginn des 20. Jh. wurde die Stadt Hauptquartier des berühmt-berüchtigten Stammesführers Raisouli, der sich 1906 zum Pascha von Asilah ausrufen ließ. Mit Überfällen auf Karawanen und der Entführung eines englischen Journalisten und zweier Amerikaner hielt er die Region in Atem. 1924 geriet er in die Gefangenschaft der Widerstandskämpfer um Abd el-Krim.

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Stadtbummel

Die Stadt hat heute etwa 28.200 Einwohner. Die Lage am Meer, Reste der portugiesischen Festung und bunte Fassaden machen den Reiz der kleinen Medina aus. Asilah hat sich im letzten Jahrzehnt durch den großen Tourismus stark verändert und ist ein reizendes maurisches Ferienstädtchen mit gepflegten Straßen und Plätzen, in dem sich gut und ungestört bummeln lässt. Zentrum des Ortes ist der Platz Zelaka in der Nähe des Hafens, dort ist das Haupttor zur Medina, ein Bummel durch die malerischen weißgekalkten Gassen ist äußerst erholsam. Auf der Straße rechts am Turm aus der Portugiesenzeit vorbei gelangt man zu einem Durchgang durch den Palast des zeitweiligen Paschas von Asilah El Raisouli. Der prächtige, im maurischen Stil gehaltene Palais Er-Raisouli wurde 1909 errichtet und beherbergt heute ein Kulturinstitut. Die Räume um den Innenhof sind nach alten marokkanischen Vorbildern reich mit Kacheln, Stuck und bemalten Holzdecken dekoriert. Im August zählt der Palast zu den Veranstaltungsorten des Kulturfestivals.

Noch weiter kommt man zu einem ins Meer hinausragenden Pier, Treffpunkt der Dorfjugend, auf den Klippen Fischer. Dort ist auch einer der 15 Marabuts des Ortes, Sidi Ahmed Ben Mansour, sehr schön an der Mauer zu den Klippen gelegen. Am schönsten ist es nun, sich durch die malerischen Gassen der Medina einfach treiben zu lassen, immer wieder folgen wunderschöne Kunstgewerbegeschäfte und ein Verirren ist in der kleinen Medina nicht möglich. Und nach dem Bummel kann man außerhalb der Kasbahmauer in einem der zahlreichen Straßenrestaurants den Tag ausklingen lassen.
Außerhalb der Medina ist eine alte spanische Kirche mit Friedhof, die noch heute genutzt werden. Sehenswert ist die Rue Oguhouane (arabischer Name einer Blume), die wie auch die Parallelstraße Rue Banafsaj mit Blumentöpfen geschmückt ist. Dort ist neben anderen Straßencafes das originelle Restaurant Arabi Elegant. Am Beginn ein Laden für alkoholische Getränke. Den Hafen entlang führt eine breite Promenade.
Alljährlich im August zieht das 1978 ins Leben gerufene Internationale Kulturfestival zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland an. In den 80er-Jahren um weitere Veranstaltungen ergänzt, hat es sich inzwischen zu einer wichtigen Institution entwickelt. Beim Festival treffen sich Schriftsteller aus arabischen und afrikanischen Ländern. Seit 1989 wird alle zwei Jahre der Tchicaya-U-Tam'si-Preis für afrikanische Dichtung verliehen. Inzwischen betrachten viele Autoren Asilah als Hauptstadt der afrikanischen und arabischen Schriftsteller. Das Festival zieht aber auch Architekten und Maler an. So fallen im Stadtbild immer wieder bunte Fassaden auf, die von marokkanischen und ausländischen Künstlern dekoriert wurden.