Reiseinformationen Marokko - Mauretanien - Tunesien

Einreise nach Mauretanien

Im Juni 2016 hat der neue Internationale Flughafen Nouakchott-Oumtounsy den Betrieb aufgenommen. Er befindet sich 25 km nördlich der Stadt, N18 18.583 W15 58.173.

Botschaft von Mauretanien
Konsularabteilung (auch für Österreich zuständig)
Kommandantenstraße 80
10117 Berlin
Tel. 030 - 20 65 883, Fax 030 - 20 67 47 50
Email: visa@mauretanien-embassy.de

Schweiz:
Mission permanente de Mauritanie
46 Avenue Blanc
1202 Genève
Tel. +41 22 906 18 40, Fax +41 22 906 18 41

Visum an der mauretanischen Grenze oder am Flughafen Nouakchott
Seit November 2013 ist das Visum wieder an der Grenze Marokko - Mauretanien sowie am Flughafen Nouakchott erhältlich.  Dies ist die einfachste Prozedur.
Konditionen:
55€ für einmalige Einreise und 7 Tage
3 Monate/mehrere Einreisen zur Zeit nicht möglich

Anfang 2017 wurde der Preis für das Visum zur Einreise nach Mauretanien ermäßigt, es kostet aktuell 55 Euro. Ein Visum für Mauretanien war immer in Berlin erhältlich, soll im Augenblick aber nur an der Grenze oder am Flughafen in korrekter, biometrischer Form ausgestellt werden können. 

Einladung

Seit 2009 sollte die Einladung eines Mauretaniers dem Visumsantrag beigefügt werden. Mit dieser Einladung wird die Sicherheit im Land erhöht, sie dient quasi als Schutzbrief. Der Einladende wird über die Reiseroute informiert und bekommt auch die Adresse des Ansprechpartners im Heimatland.

Wer länger als 7 Tage im Land bleiben will teilt das zuvor Idoumou mit, der sorgt dafür, dass an der Grenze ein längerer Zeitraum eingetragen wird.

Eine solche Einladung kann z.B. angefordert werden bei:
Idoumou Abderrahmane, Desert Mauritanie, Tel. 00222 4644 2421, http://desertmauritanie.com/, Email

In der Gebühr von 25 Euro pro Person ist auch die telefonische Hilfestellung bei der Reise enthalten. Ein weiterer Vorteil dieser Einladung oder auch Schutzbrief ist, dass das Fahrzeug bei der Einreise den gleichen Zeitraum wie das Visum bewilligt bekommt. Hat man dieses nicht, bekommt man nur eine Erlaubnis für 7 Tage und muss dies dann im Land verlängern. Auch die Fahrzeugversicherung kann bereits hier vor der Reise abgeschlossen werden. Doch muss der Preis sehr genau ausgehandelt werden.
Diese Dienstleistungen müssen vorher durch Überweisung bezahlt werden. Die Bankgebühren sind sehr hoch. Günstiger ist ein Transfer mit Western Union.

Update

In Mauretanien ändern sich aufgrund der unsicheren Lage die Einreisebedingungen ständig. Daher sollte man kurz vor der Reise noch einmal das Internet zu Rate ziehen. Aktuelle Infos sind unter folgender Internet-Seite abrufbar, dort ist auch das Antragsformular im Bereich Mauretanien - Tourismus.

Saharaforum

Einreise mit eigenem Fahrzeug
Bei Einreise mit dem Fahrzeug sind folgende Dokumente vorzulegen.

  • Führerschein der Europäischen Union (nur theoretisch, wurde nicht verlangt)

  • Eigentumsnachweis, d.h. für Deutschland den Kraftfahrzeugschein, in Frankreich und Mauretanien "Carte grise" genannt.

  • Bei Grenzübertritt muss eine Ehrenerklärung (Engagement sur Honneur) abgegeben werden, die besagt, dass man sein Fahrzeug nicht verkaufen wird. Das kostet 10 Euro oder 100 Dirham.

Auch Mauretanien hat nun eine Regelung, die besagt, dass Fahrzeuge älter als 8 Jahre nicht ins Land dürfen, bzw. dort nicht verkauft werden dürfen. Wenn sie nur im Transit sind, ist es möglich, dass sie in Begleitung zur Grenze gebracht werden, das ist aber kostenpflichtig. Diese Bestimmung sollte nicht auf Touristenfahrzeuge wie Geländewagen und Wohnmobile zutreffen, aber auch hierbei kann Idoumou helfen, indem man bei ihm den Schutzbrief bestellt und gleich auf das Alter des Fahrzeugs hinweist.

Wenn man kein Visum mit Einladungsschreiben hat wird die Bescheinigung für das Fahrzeug nur für 7 Tage ausgestellt und muss später verlängert werden.
Sollte das Fahrzeug in Mauretanien verkauft werden, ist gemeinsam mit dem Käufer bei der Zolldirektion (Direction Générale des Douanes, Services des Enquêtes) in Nouakchott vorzusprechen. Fahrzeugpapiere und Kaufvertrag sind vorzulegen. Der dort ausgestellte Beleg (Quitus) über die erfolgte Entzollung (die Entzollungsgebühr wird normalerweise vom Käufer entrichtet) ist bei der Ausreise vorzulegen. Ohne diesen Beleg werden bei Ausreise ohne Fahrzeug an der Grenze hohe Entzollungsgebühren zu zahlen sein.
Bei Verlust des Fahrzeugs (z.B. durch Unfall, Geländeschaden) sollte unbedingt der nächstgelegene Gendarmerie- oder Polizeiposten zur Aufnahme eines Protokolls aufgesucht werden, da ansonsten bei Ausreise ohne Fahrzeug hohe Entzollungsgebühren entrichtet werden müssen. Dieses Protokoll kann nicht erst in Nouakchott ausgestellt werden!

Versicherung
Da die europäischen Versicherungen keine Haftung für Mauretanien übernehmen ist an der Grenze oder in Nouadhibou eine mauretanische Haftpflichtversicherung abzuschließen. In Mauretanien gibt es mehrere Versicherungen, die unterschiedliche Leistungen erbringen. Da die häufigste Unfallursache Zusammenstöße mit Tieren sind, habe viele Unternehmen das herausgenommen. Die Tiere haben in Mauretanien Vorfahrtsrecht, tötet man eins, muss man es immer bezahlen. Gerade die an der Grenze ansässige Versicherung SMAI Assurances hat sehr schlechte Bedingungen.
Gut sind:
NASR, BP. 163 - Nouakchott, Tel. (222) 45 25 26 50 & 45 25 27 66, Fax (222) 45 25 18 18
GAMA Assurances, Tel. 3620 8097, 2040 4038
Beide können bereits vor der Reise über Idoumou (siehe oben) abgeschlossen werden, das Dokument wird dann per Post oder als Email zugesandt. Kosten je nach Fahrzeug etwa 35 Euro pro 10 Tage. Ein weiterer Vorteil ist dabei, dass der gut englisch sprechende Idoumou im Fall eines Unfalls als Kontaktmann zu der Versicherung dienen kann.

Es gibt einen Versicherer, der spezielle, auf die Reise begrenzte Versicherungen für Afrika anbietet, die jedoch nicht ganz billig sind:
AXA Versicherung AG/TourInsure GmbH, Herrengraben 5, 20459 Hamburg, Tel. 040 - 25 17 21 50, Fax 040 - 25 17 21 21, www.TourInsure.de
Aus den Informationen von TourInsure:
1. Haftpflichtversicherung mit einer Pauschaldeckungssumme von € 500.000,-- pro Schadenereignis. Versicherungsschutz gilt in allen Ländern Afrikas. Einige Länder verlangen jedoch den Abschluss lokaler Haftpflichtversicherungen. Die Deckungssummen sind meist gering und unzureichend. In diesen Fällen gilt unsere Deckung als Zusatzdeckung zur lokalen Police. Die Haftung beginnt, wenn die lokale Police erschöpft ist.
2. Haftpflicht- und zusätzliche Vollkaskoversicherung mit einem Selbstbehalt von € 2.500,-- bei einem Vollkasko/Teilkaskoschaden. Der Abschluss der Kaskopolice ist nur möglich, wenn das Fahrzeug nicht älter ist als 5 Jahre (gilt nicht für Motorräder).

Grenzformalitäten
Marokkanischer Grenzposten
Direkt vor der marokkanischen Grenze ist eine Tankstelle, der Sprit ist dort billiger als in Mauretanien.
Der Grenzposten liegt bei GPS N21 21.835 W16 57.638. Öffnungszeiten 9 bis 19 Uhr, im Ramadan verkürzte Zeiten. Lastwagen und Autoverkäufer haben sich angewöhnt, bereits in der Nacht am marokkanischen Posten anzukommen, deshalb ist bei Grenzöffnung um 9 Uhr sehr viel los. Es ist ruhiger, wenn man erst am Nachmittag ankommt. Umgekehrt ist viel weniger los, hier ist der Vormittag zu empfehlen.

An der Einfahrt wird eine Ausreisekarte ausgeteilt, diese ausfüllen, Autofahrer müssen diese zunächst bei der Douane abstempeln lassen. Sodann den Pass am mit Police bezeichneten Schalter ablegen. Man wird sodann namentlich aufgerufen und erhält den Pass gestempelt zurück. Dann schaut sich ein Zollbeamter das Fahrzeug an, verlangt Pass, Fahrzeugschein und die beiden grünen Zettel, die man bei der Einreise bekommen hat. Dies alles muss vom Inspektor abgestempelt werden, was etwas dauern kann, da man u.U. zunächst telefonisch rückfragt, ob das Fahrzeug evtl. gestohlen ist. Doch sind alle Beamten sehr nett. Man erhält eine Kopie des Fahrzeugzettels zurück. Die Ausfuhr von Dirham ist nur bis zu 1.000 DH gestattet, es wurde jedoch nicht danach gefragt. Es ist ganz nützlich, wenn man auf der Rückfahrt Dirham zum Tanken zur Verfügung hat. Wenn alles erledigt ist, darf man losfahren, wird aber dann am Ausgang nochmals von der Gendarmerie befragt. Dort werden Pass, Zulassungsschein und Fahrzeugzettel nochmals kontrolliert und in ein großes Buch handschriftlich eingetragen.

Niemandsland
Nach Passieren des letzten marokkanischen Grenzpostens vor Einreise nach Mauretanien folgt ein ca. 4 km breiter Streifen Niemandsland. Dies war bisher eine ziemlich üble Piste, die nicht verlassen werden durfte, denn auch hier können noch Minen sein. Unzählige Schrottautos wurden hier abgestellt. Im Herbst 2016 begann Marokko mit der Asphaltierung, was aber der Polisario nicht gefiel. Die ersten 2/3 sind nun fertig geteert sind. Danach schon mit Blick auf den mauretanischen Grenzposten Ende. Dort stehen in einiger Entfernung bewaffnete Polisario-Kämpfer und schauen, nicht weit von ihnen stehen mehrere UN-Fahrzeuge und beobachten alles. Danach erreicht man den mauretanischen Grenzposten, welcher täglich bis zum Sonnenuntergang besetzt ist.

Mauretanischer Grenzposten

Der Posten liegt bei GPS N21 20.020, W16 56.810. Zunächst bekommt man einen Platz bei der Gendarmerie zugewiesen, dort wird das Fahrzeug sehr gründlich durchsucht. Ganz neu gibt es nun auch einen Scanner für LKW. Die Einfuhr von Alkohol ist zwar verboten, Touristen wird eine kleine Menge jedoch gestattet (in meinem Fall hatte ich zwei Flaschen Wein dabei). Wenn der durchsuchende Beamte die Flaschen beschlagnahmen will wenden Sie sich an den Chef. Nur hier wurde nach einem Geschenk gefragt.

Direkt daneben ist das Büro zur Ausstellung des Visums direkt an der Grenze. Das geht recht flott, Daten in den Computer, Fingerabdrücke, Foto, 55 Euro bezahlen, und das Visum für 30 Tage klebt im Pass. Wenn man erneut einreist sind diese Daten bereits erfasst und es werden zur Kontrolle nur die beiden Zeigefingerabdrücke verlangt.
Weiter geht es zur Douane, dort wird eine Ehrenerklärung (Engagement sur Honneur) abgegeben, dass man sein Fahrzeug nicht verkaufen wird. Das kostet 10 Euro oder 100 Dirham. Diese Bescheinigung gut aufheben, sie wird oft verlangt. Als Gültigkeitsdauer wird nur eine Dauer von 7 Tagen eingetragen, wenn man länger im Land bleiben will muss dann später kostenpflichtig verlängert werden. Doch wenn man sofort eine längere Zeit beantragt wird das gemacht. Bei allen Formalitäten ist das Einladungsschreiben hilfreich, auch wenn der Computer ausfällt für das Visum wird man mit dem Schreiben dennoch eingelassen.
Nun geht es in ein weiteres Büro, wo alle Fahrzeugdaten erfasst werden. Wenn man ein biometrisches Visum hat werden nur zwei Fingerücke zum Vergleich genommen, ansonsten alle 10 und ein Foto.
Es folgt das Büro des Versicherungsagenten sowie eine Wechselstube. Der Wechselkurs an der Grenze ist allerdings ca. 10 % schlechter als im Landesinnern. Man sollte an der Grenze nur das nötigste tauschen. Im Jahr 2014 kostete ein Land Rover für 10 Tage etwa 26,- Euro. Neben der Western Union ist auch ein Restaurant mit kleinem Laden, denn nach dieser langen Prozedur kann man leicht Hunger bekommen. Dort gibt es auch eine Schlafmöglichkeit für Leute, die die Formalitäten nicht mehr vor Schließung der Grenze beenden können.
Am Ende dann ein erneutes Gebäude auf der anderen Straßenseite: wieder mit Pass, Zulassung und der Ehrenerklärung rein, dort wird man registriert und der Verlauf der Reiseroute erfragt. Dann kann man ausfahren. Das ganze Prozedere (Marokko-Niemandsland-Mauretanien) dauert etwa 3 - 4 Stunden.
Damit sind die Grenzkontrollformalitäten beendet und man kann weiterfahren. Es ist möglich, von hier aus direkt nach Nouakchott oder in andere Orte des Landes weiterzufahren ohne die Stadt Nouadhibou aufzusuchen.
Auf der Rückreise nach Marokko müssen alle Fahrzeuge durch einen Scanner fahren. Das ist sehr zeitaufwendig, weil von den großen LKW, die leer zurück kommen, immer nur einer in den Scanner passt.

Grenzhelfer
Nach Passieren des marokkanischen Postens warten Guides, die bei den mauretanischen Formalitäten helfen und den Weg durchs Niemandsland zeigen wollen. Es ist durchaus möglich, alle Formalitäten alleine zu erledigen, aber mit einem solchen Guide geht es wesentlich schneller. Kosten 10 Euro. Ich empfehle Ahmeida Ould Bezeid, Tel. 222 4740 33 23, ahmeida2006@ yahoo.fr. Seinem Bruder Ali gehört die Auberge Baie des Lévrier in Nouadhibou. Beide sind sehr hilfsbereit.