Reiseinformationen Marokko - Mauretanien - Tunesien

Atar

am Rande des unendlichen Sandmeeres

Die alte Karawanenhandelsstadt Atar ist die Hauptstadt der Provinz Adrar und hatte etwa 25.700 Einwohner im Jahr 2005. Die Oase an der Salzkarawanenstraße ist Marktzentrum für die Nomaden im nördlichen Mauretanien. Die schöne Altstadt, die Ksar, besteht aus Häusern mit flachen Dächern sowie einem Palmenhain. Zentrum ist der von Arkaden gesäumte Marktplatz, um den herum viele kleine Geschäfte liegen. Hier ist auch ein Frauenhandwerkszentrum mit Verkauf. An der Piste nach Chinguetti findet manchmal nachmittags ein Kamelmarkt statt.
In Atar residiert ein mächtiger Marabut, dem sogar Staatspräsidenten einen Besuch abstatten und um Rat fragen. Bevor manche Taxifahrer die Stadt verlassen fahren sie dreimal um sein Haus und erbitten sich so eine glückliche Reise.

Die Gegend um Atar ist ein landschaftliches Highlight. Vor ca. 800 Mio. Jahren war die Region von einem flachen Meer bedeckt, das von einem der ältesten bekannten Lebewesen unseres Planeten den sog. Stromatolithen, das sind in Kolonien lebende Cyanobakterien, besiedelt wurde. Die fossilen Zeugen dieser Zeit sind hier überall anzutreffen. Ganze Bergrücken entpuppen sich bei näherer Betrachtung als versteinerte Riffe.
Atar ist für Touristen ein wichtiger Ausgangspunkt, um die historischen maurischen Städte Ouadane und Chinguetti zu besuchen. Von einer Straße hinter dem Markt fahren die Landrover nach Chinguetti ab. Ein Tagesausflug führt über den atemberaubenden Bergpass von Amogjar.
Ein besonderes Ereignis ist die Guetna, das im Juli zur Erntezeit stattfindende Dattelfest. Da kommen tausende von Besuchern, da wird die traditionelle Musik gespielt und die frischen Datteln gekostet. Ein rein mauretanisches Fest, da ausländische Touristen Atar eigentlich nur im Winterhalbjahr besuchen.

Azoughui

Die Oase Azoughui war im 11. und 12. Jahrhundert Stammsitz der Almoraviden, der Dynastie, die von 1061 – 1147 das damals bis nach Mauretanien reichende marokkanische Reich regiert hat. In der heiligen Stadt befindet sich das Grab von dem Begründer Iman El-Hadrami. Die Häuser des Ortes bestehen aus weit verstreuten, für die Region typischen Strohhütten. Mit einem kleinen Damm wird das Wasser zur Bewässerung gestaut. Hauptanbauprodukt in der Oase sind Datteln.
Während der heutige Ort fast nur aus Palmhütten besteht und feste Steinhäuser die Ausnahme bilden, zeigt das hinter einer Mauer liegende Ruinengelände in der Ortsmitte, dass Azoughui zur Zeit der Almoraviden eine richtige Stadt mit festen Häusern war, deren Mauern bis zu 1 m stark waren. Nur wenige Reste sind noch zu erkennen.
Das Dorf hat etwa 300 Einwohner, aber im Sommer werden es um die 6.000. Die Mauretanier lieben es, die Schulferien in den Oasen zu verbringen, weniger am Meer. Viele Bürger von Nouakchott haben hier Grundstücke, bauen ihr Zelt auf und bleiben den ganzen Sommer, die Zeit der Dattelernte. Die Wasserversorgung erfolgt über eine überirdische städtische Leitung aus Atar.
Von hier aus sind wunderschöne Spaziergänge in die Umgebung möglich, es ist sehr ruhig, Belästigungen gibt es nicht.
Am Ortsende führt die Piste geradeaus weiter nach Choum, rechts ab geht es dagegen auf einer Piste zurück nach Atar. Kurz nach der Ausfahrt sind rechts an einem großen Felsblock prähistorische Gravuren. Man findet hier Gravuren von mehreren Perioden übereinander, aber leider auch neuere Verunstaltungen. Wenn man genau schaut erkennt man jedoch die alten Gravuren von Steinböcken.

Unterkunft

Bab Sahara, an der Straße nach Azougui, Tel. 4647 3966
www.bab-sahara.comEmail
Anfahrt: Bei Ortsanfang Atar erreicht man ein Rondell. Dort in die obere der beiden linken Straßen. Nach 100 m kommt ein tiefes Oued, kurz danach bei einem kleinen Laden geht es rechts und die Einfahrt zur Auberge folgt sofort danach auf der rechten Seite.

Bab Sahara ist eine schöne, gepflegte Anlage mit Restaurant geführt von dem Holländer Justus Buma und seiner deutschen Frau Cora, die schon lange in Atar leben. Es ist ganzjährig geöffnet. Dies ist nicht nur eine Übernachtungsmöglichkeit, sondern der Treffpunkt schlechthin in Atar. Justus kann bei allen Problemen helfen, hat sehr gute Kontakte zu den Behörden, besorgt ruckzuck eine Visumsverlängerung oder ein paar Flaschen Bier. Und, was noch wichtiger ist, es gibt eine Werkstatt mit guten Mechanikern am Platz, die jede technische Assistenz bieten und Reparaturen durchführen. Hier ist auch der einzige Platz im Ort, an dem man Schlauchlosreifen flicken kann. Justus bietet Pannenhilfe im ganzen Land an. Und natürlich bekommt man hier auch Informationen über alle Pisten nach Chinguetti, Choum oder Tidjikja. Vielfältige Buchungen von Wüstentouren sind möglich. Bücher über die Region werden zum Kauf angeboten, auch die deutsche Übersetzung eines französischen Führers, der das Gebiet östlich von Atar beschreibt, Schwerpunkte Chinguitty, Ouadane usw. Und das vorzügliche Trinkwasser kommt aus 220 m Tiefe und hat keinerlei Zusätze nötig. Das Gelände bietet Platz für viele 4x4-Fahrer, die im eigenen Fahrzeug schlafen möchten, wenn bei großem Andrang der Platz nicht ausreicht gibt es gleich gegenüber einen Ausweichplatz. Reisenden ohne eigenes Zelt werden mehrere Unterkunftsmöglichkeiten geboten, von liebevoll eingerichteten Hütten bis zum Platz im großen Zelt oder einfach unter freiem Himmel. Duschen und WC sind sauber. Zwei gemütlich eingerichtete, klimatisierte Rundhütten mit Betten und Tisch bieten Platz für je drei Personen.
Preise: Übernachtung im PKW, im WoMo oder im großen Zelt 2.000 UM pro Person, Strom 500 UM, Frühstück 1.200 UM, Waschmaschine 1.200 UM. Wenn man sein Fahrzeug für einige Zeit abstellt kostet ein Motorrad 200 UM, ein PKW 400 UM, ein WoMo bzw. LKW 600 UM pro Tag.

Inimi, gleich zu Beginn des Ortes geht nach der 2. Tankstelle links eine beschilderte Piste ab, 200 m
Tel. 2229 4127, 2229 2023, http://campinginimi.blogspot.comcamping.inimi@yahoo.fr
Diese Auberge in einem Privathaus wird geführt von dem sehr netten Sidi Ahmed Nemoud und seiner Frau. Ummauerter, sandiger Hof für mehrere Fahrzeuge oder Unterkunft in großen, sauberen Zimmern, sie sind nur mit Matten ausgelegt, ein Moskitozelt kann zur Verfügung gestellt werden. Im Hof sind noch mehrere Zelte zum Schlafen. Es gibt ein Steklo sowie Dusche mit Brauseschlauch. In der Nacht ist es sehr ruhig. Alles ist recht einfach, aber sauber und sehr netter Empfang. Preise: Camping Person und Fahrzeug je 700 UM inkl. kalte Dusche, im Zimmer 1.000 UM, Frühstück 500 UM, Menü 1.500 UM.
Sidi Ahmed ist auch ein guter Führer und steht gerne zur Verfügung: Sahara Trekking, trekking-sahara@gmail.com. Trekking mit 4x4 oder Kamel.